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Mikroblogging: Twitterwall

Mikroblogging: Twitterwall

1 Leave a comment on paragraph 1 0 Ausgangssituation:
Prof. Hans-Jürgen Bucher ist Medienwissenschaftler an der Universität Trier. Seine Vorlesungen sind mittelgroße Veranstaltungen mit durchschnittlich 60-70 Studierenden. Die Vorlesungen fanden bisher im klassischen Sinne als monologischer Vortrag statt. Es gab wenig Interaktion mit den Studierenden, so Bucher, da diese teilweise zu schüchtern waren, sich zu melden.

2 Leave a comment on paragraph 2 0 Ziele:
Mithilfe des Mikroblogging-Services Twitter möchte Prof. Bucher seine Studierenden ermutigen, in seiner Vorlesung direktes Feedback zu geben und mehr Fragen zu stellen. Er will so die Form der Vorlesung aufbrechen und zu Diskussionen anregen.

3 Leave a comment on paragraph 3 0 Umsetzung:
Neben dem Pult des Professors steht eine “Twitterwall” – eine Leinwand, auf die die kurzen Mitteilungen (tweets) der Zuhörer für alle sichtbar projiziert werden. Über den Mikrobloggingdienst Twitter, SMS oder die Homepage des Studienfachs ist es den Studierenden während der Vorlesung möglich Kurzbeiträge zu senden. Die Beiträge werden durch eine  eigens entwickelte Twitterwall-Software anonymisiert und erscheinen unmittelbar auf der Leinwand. Beiträge können Fragen, Tipps zur Lektüre oder Kommentare beinhalten. Prof. Bucher schaut immer wieder auf die Leinwand, während er über die Grundlagen der Medienwissenschaften referiert. Dann hält er inne und beantwortet Zwischenfragen, die ihn sonst wahrscheinlich nicht erreicht hätten. Die hier eingesetzte Twitterwall haben die Medienwissenschaftler an der Uni Trier selbst entwickelt und gebaut. Der technische Aufwand ist gering, man benötigt für die Übersicht der Kurznachrichten lediglich eine frei verfügbare Software, eine Projektionsfläche sowie einen Projektor (Beamer).

4 Leave a comment on paragraph 4 0 Twitter ist eine Plattform auf der man sich anmelden und ein Profil erstellen muss. Im eigentlichen Sinne teilt man der Community auf Twitter seinen Status, wie z.B. seine Meinung, Emotionen oder Gedanken mit. Nachrichtendienste nutzen Twitter mittlerweile, um Neuigkeiten schnell zu verbreiten. Die NutzerInnen dieses Dienstes können entweder anderen NutzerInnen „folgen“ (engl. follow) oder nach Beiträgen zu verschiedenen Themen über den „Hashtag” (#) suchen. Möchte man seinen Beitrag einem Thema zuordnen, so stellt man dem Begriff einen Hashtag voran: z.B. #VLMediengeschichteSoSe14. Auf einer „Twitterwall“ werden dann die neusten Beiträge zu einem bestimmten Hashtag zusammengefasst.

5 Leave a comment on paragraph 5 0 Fazit:
Mithilfe einer Twitterwall kann man eine Gruppendiskussion auch in Vorlesungen mit einer hohen Studierendenzahl realisieren. Studierende können sich anonym einbringen und sogar parallel zu den Ausführungen des Dozenten diskutieren. Die Dozierenden haben dabei keinerlei Kontrolle über die Art und den Inhalt der Beiträge. Ein Kommunikationskodex sollte mit den Studierenden vorab vereinbart werden. Eine Moderation und Vorauswahl von Beiträgen war hier nicht vorgesehen, ist jedoch bei entsprechenden personellen Kapazitäten vorstellbar.

6 Leave a comment on paragraph 6 0 Nicht bei allen Studenten stößt die Methode  auf Begeisterung. Manche vertreten die Ansicht, dass diese Methode die Vorlesung noch unpersönlicher mache. Andere Studierende ziehen das Melden und die direkte Interaktion mit den Lehrenden vor und wünschen sich eine unmittelbare Antwort vom/von dem/der Dozierenden. Darüber hinaus sind die Beiträge nur innerhalb der Lehrveranstaltung anonym. Wer direkt bei Twitter nach dem Hashtag sucht, findet die Pseudonyme der einzelnen Autoren sowie deren private Konversation. Für diejenigen, die sich in der Vorlesung vor Wortmeldungen scheuen, bietet die „Twitterwall“ dennoch eine Chance zur aktiven Teilnahme.

7 Leave a comment on paragraph 7 0 Tools:

  • Mikrobloggingdienst Twitter: Link  (Man ist hier nicht auf die speziell programmierte Version der Uni Trier angewiesen. Es gibt auch kostenslose Twitterwall-Lösungen)
  • Alternativ kann auch die myTU App der Technischen Universität Bergakademie Freiberg verwendet werden: Link

9 Leave a comment on paragraph 9 0 Quellen:
Reichert, B. (16.02.2012): Twittern in der Vorlesung erwünscht. In: Zeit Online. Link (letzter Zugriff am 04.11.2016)

10 Leave a comment on paragraph 10 0  

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Source: https://nise81.com/blog/md-workshop/lehr-lern-szenarien/szenario-mikroblogging-twitterwall?replytopara=6