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Clickern in der Vorlesung

Aktivierung: Clickern in der Vorlesung

1 Leave a comment on paragraph 1 0 Ausgangssituation:
Prof. Michael Schlüter gibt in seiner Vorlesung wichtige Grundlagen zur Einführung in die Physik und die mathematische Modellierung von Strömung. Die Vorlesung Strömungsmechanik wird von vielen Studierenden besucht und findet im Audimax der Universität Hamburg statt. Wie so oft ist es ruhig und Rückfragen kommen eher selten. Die Studierenden, so Schlüter, haben Angst sich vor den vielen KommilitonInnen zu blamieren. Der Professor hat selbst keinerlei Rückmeldung, ob der von ihm vorgetragene Stoff überhaupt verstanden wird.
Um dieser Problematik entgegenzugehen, setzen viele Lehrende an der Universität Hamburg, so auch Prof. Schlüter, seit einigen Jahren sogenannte Clicker-Systeme ein. Mithilfe der Geräte werden Abstimmungen im Hörsaal durchgeführt.

2 Leave a comment on paragraph 2 0 Ziele:
Das Clickern im Hörsaal soll den Studierenden die Möglichkeit geben, den Stoff besser zu verstehen und ihnen helfen, mitzudenken. Durch die Abstimmungszyklen wird der Ablauf der Vorlesung immer wieder unterbrochen, dadurch werden die Studierenden wieder zum Zuhören aktiviert.
Den Lehrenden geben die Abstimmungen eine Rückmeldung, ob der Stoff verstanden wurde, wo mehr ins Detail gegangen werden müsste oder wo es einer Wiederholung bedarf.

3 Leave a comment on paragraph 3 0 Umsetzung:
Die Geräte sehen aus wie kleine Fernbedienungen (s. Abbildung 1), aber auch mit Smartphone oder Browser basierten Anwendungen ist das Clickern mittlerweile möglich. Der Prof. stellt eine Frage mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Die Studierenden bekommen Zeit zum Nachdenken, dann sind sie aufgefordert, sich für eine Antwort zu entscheiden und mithilfe ihres Clickers abzustimmen. Dies geschieht völlig anonym. Prof. Schlüter erhält die Abstimmungsergebnisse auf seinem Notebook und projiziert das Ergebnis für alle sichtbar an die Wand. Nun entscheidet er sich, ob das Ergebnis eindeutig ist. Falls sich die Mehrzahl für die richtige Antwort entschieden hat, fährt er im Stoff fort. Erkennt er aber eine Unsicherheit im Ergebnis, fordert er die Studierenden auf, die Frage mit ihren NachbarInnen zu diskutieren und sich gegenseitig von der eigenen Antwort zu überzeugen. Danach findet die Abstimmung erneut statt. In den meisten Fällen ist das Ergebnis dann eindeutig, wenn nicht, geht Prof. Schlüter erneut auf den Stoff ein.

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Abbildung 1. Beispiel für einen Clicker. Foto: TUHH/Timo Lüth

5 Leave a comment on paragraph 5 0 Jedoch kommt es bei dieser Methode auch stark auf die Art des Fragenstellens an, die Fragen dürfen kein reines Faktenwissen abfragen und die Antworten nicht schnell nachschlagbar sein, sie sollten zur Diskussion anregen.
Diese Methode lehnt sich stark an der von dem Physik-Professor Eric Mazur entwickelten Peer-Instruction Methode an.

6 Leave a comment on paragraph 6 0 Fazit:
Durch die Anonymität beim Abstimmen erhält die Methode unter den Studierenden großen Zuspruch und führt zu einer großen Beteiligung. In den Diskussionen mit den NachbarIinnen trauen sich die Studierenden ihre Fragen zu stellen und ihre Meinung zu sagen. Es findet ein “Austausch auf Augenhöhe” statt und die Studierenden haben Spaß an der Aktivierung in der Lehrveranstaltung. Umfragen und Klausurergebnisse zeigen den Erfolg der Methode. Jedoch ist sie ohne die technische Ausstattung kaum anzuwenden. Auch das richtige Fragenstellen ist knifflig und möchte gut vorbereitet sein.

7 Leave a comment on paragraph 7 0 Tools:

  • Tuning Point- Software für die Erstellung und Verwaltung von Umfragen: Link
  • Invote- eine frei nutzbare Plattform für Live-Umfragen an der TU Dresden: Link 
  • myTUApp- App für die Abstimmungen übers Smartphone an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg (bald als ASIST App für alle sächsischen Universitäten):  Link

9 Leave a comment on paragraph 9 0 Weiterführende Literatur:

  • Mazur, E. (2006): Peer Instruction: Wie man es schafft, Studenten zum Nachdenken zu bringen. In: “Praxis der Naturwissenschaften – Physik in der Schule”. Heft 4/55. S. 11-15. Zugang zum Artikel: Link  (letzter Zugriff am 4.11.2016)
  • Clicker Resources- Webseite der Carl Wieman Science Education Initiative mit wertvollen Hinweisen über die Anwendung von Clickers in der Lehre (auf Englisch): Link (letzter Zugriff am 4.11.2016)
  • Interview mit Frau Prof. Westphal über die Relevanz von schnellem Feedback in der Hochschullehre – YouTube-Video: Link (letzter Zugriff am 4.11.2016)

11 Leave a comment on paragraph 11 0 Quellen:

12 Leave a comment on paragraph 12 0 Technische Universität Hamburg-Harburg (Hrsg.): Clickern in der Vorlesung – Wie man es schafft, Studierende zum Nachdenken zu bringen. Beitrag von Martina Brinkmann auf der Webseite der TUHH  (25.09.2014): Link (letzter Zugriff am 04.11.2016)

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Source: https://nise81.com/blog/md-workshop/lehr-lern-szenarien/szenario-aktivierung-clickern-in-der-vorlesung?replytopara=8